Leibniz-Gemeinschaft: Wissenschaft zum Wohl und Nutzen des Menschen

Im Jahr 1990 entstand aus der Arbeitsgemeinschaft Blaue Liste, welche bereits im Jahr 1977 gegründet wurde, die Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e.V.. Die gegenwärtig 86 außeruniversitären Forschungseinrichtungen unterschiedlicher Fachrichtungen innerhalb der Leibniz Gemeinschaft arbeiten nach dem Motto "Theorie cum praxi: Wissenschaft zum Wohl und Nutzen des Menschen".
Selbstbewusst und gereift: Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz findet zu ihrer Rolle im deutschen Forschungssystem.
Berliner Zeitung
In diesem Zusammenhang wird eine interdisziplinäre Grundlagenforschung insbesondere in den Bereichen Ingenieur- und Umweltwissenschaften, Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften sowie Geisteswissenschaften betrieben und mit Anwendungsnähe kombiniert. Die Leibniz-Einrichtungen betreiben in diesen Feldern dezentrale und unabhängige Forschung und kooperieren sowohl im In- als auch im Ausland intensiv mit Universitäten und der Wirtschaft. Mit über 16.000 Mitarbeitern und einem Gesamtbudget von rund 1,4 Milliarden Euro im Jahr 2011 zählt die Leibniz-Gemeinschaft zu den führenden Forschungsgemeinschaften in Deutschland.

Patentanmeldungen der Leibniz-Gemeinschaft nach starkem Anstieg ab 2001 im leicht negativen Trend

Die nachfolgende Grafik stellt die Patentanmeldungen der Wissenschaftsgemeinschaft-Leibniz zwischen den Jahren 1990 und 2009 dar. Nach nur wenigen Patentanmeldungen in den Jahren 1990 und 1991 stiegen die Zahlen in den Jahren 1992 bis 1994 etwas an. Kurz darauf stagnierten die Patentanmeldungen, doch bereits im Jahr 1996 hat sich der Anteil mit über 100 Patentanmeldungen bereits mehr als verdoppelt und bis 1999 stark an. Im Jahr 2000 wurde zwar ein leichter Rückgang verzeichnet, demgegenüber steht jedoch ein Rekordwert von über 200 Patentanmeldungen im Jahr 2001. Ab diesem Zeitpunkt konnte jedoch ein negativer Trend beobachtet werden, der vier Jahre anhielt und seinen Tiefpunkt im Jahr 2005 mit nahezu 150 Patentanmeldungen erreichte. Nach einer kurzen Erholung im Jahr 2006 sanken die Patentanmeldungen im Jahr 2007 erneut ab. Der Rekordwert im Jahr 2001 konnte trotz eines erneuten Anstiegs im Jahr 2008 nicht mehr erreicht werden und bereits im Jahr 2009 waren die Patentanmeldungen wieder rückläufig. Über den Gesamtzeitraum wurde jedoch eine hohe Zahl an Patenten angemeldet und die Leibniz-Gemeinschaft belegt damit den fünften Platz unter den Top 30 deutschen Einrichtungen.

Internationale Patentanmeldungen der Leibniz-Gemeinschaft ab 2005 leicht rückläufig

Die geographische Verteilung der Patentanmeldungen von der Leibniz-Gemeinschaft wird in der folgenden Grafik in vier Zeiträumen zwischen 1990 und 2009 zusammengefasst. Von 1990 bis 1994 wurde eine noch relative geringe Zahl an internationalen Patentanmeldungen registriert und mehr als die Hälfte aller Patente wurden in Deutschland angemeldet. Dies änderte sich in den Jahren von 1995 bis 1999 und die internationalen Patentanmeldungen betrugen mehr als die Hälfte, gleichwohl sich die Zahlen in Deutschland mehr als verdreifachten. International wurden Patente insbesondere in Europa, weltweit und in den USA angemeldet. In dem Zeitraum wurden zudem verstärkt Patentanmeldungen in Asien erfasst, während der größte internationale Anteil in den übrigen Ländern der restlichen Welt verbucht werden konnte. Im Zeitraum von 2000 bis 2004 stiegen die Patentanmeldungen in allen Regionen außer in Südkorea und Japan an. Erstmalig wurden zudem Patentanmeldungen in Taiwan registriert. In den Jahren von 2005 bis 2009 wurde in Deutschland, China, Taiwan, den USA und insbesondere in der restlichen Welt eine Abnahme an Patentanmeldungen verzeichnet, während die Zahlen in Europa und weltweit nahezu konstant blieben. Lediglich in Südkorea und Japan konnten Zuwächse registriert werden. Mit über 60% an internationalen Patentanmeldungen liegt die Leibniz-Gemeinschaft innerhalb der Top 30 deutschen Einrichtungen im Durchschnitt.

Leibniz-Gemeinschaft zeichnet sich durch vielfältiges Patentportfolio aus

Um Schwerpunkte in der Forschung herauszuarbeiten, wurden in der nächsten Grafik die Schutzrechtanmeldungen nach Technologiebereichen sortiert. Die Leibniz-Gemeinschaft forscht in vielen verschiedenen Themengebieten und meldet dort zusätzlich Patente an. Dabei entfallen fast 600 Patentanmeldungen auf den Bereich Werkstoffkunde und Metallurgie. Dies entspricht etwa 20 % der gesamten Schutzrechteanmeldungen aller Technologiebereiche der Leibniz-Gemeinschaft. Darauf folgt die Fachdisziplin Makromolekulare Chemie und Polymere, in der ungefähr 560 Anmeldungen registriert wurden. Annähernd 500 Patente wurden im Technologiebereich Biotechnologie angemeldet. Durch die Forschungsaktivitäten der Leibniz-Gemeinschaft konnten im Gebiet Oberflächentechnologie und Beschichtungen rund 360 Schutzrechte angemeldet werden, was circa 13 % der gesamten Anmeldungen in allen Technologiebereichen entspricht. Außerdem meldete die Leibniz-Gemeinschaft über 250 Patente in den Technologiebereichen Elektrische Geräte, Engineering & Energie, sowie im Bereich Halbleiter an.



Kooperationen mit der Wirtschaft und anderen Forschungseinrichtungen sind auch für die Leibniz-Gemeinschaft wichtige Faktoren für eine erfolgreiche Forschung. Die einzelnen Institute arbeiten eng mit verschieden kleineren bis mittleren Unternehmen zusammen und zwischen den einzelnen Forschungseinrichtungen herrscht ein reger Austausch. Zudem ist die Leibniz-Gemeinschaft mit verschiedenen Organisationen der Politik vernetzt. Beispielsweise mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) oder dem Europäischen Sozialfonds. Auch der gesellschaftliche Nutzen spielt bei der Forschung eine wichtige Rolle, sodass die Leibniz-Gemeinschaft mit vielen Verbänden und Vereinen, wie zum Beispiel dem VDI e.V. oder dem Deutscher Verband für Schweißtechnik, zusammenarbeitet.
Quellen

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