Universität Heidelberg: Älteste deutsche Universität als moderne Forschungseinrichtung

Mit ihrem Gründungsjahr 1386 trägt die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg den Titel der ältesten Universität Deutschlands. Im Laufe der Jahrhunderte hat sie sich erfolgreich als eine forschungsorientierte und exzellente Universität mit internationalem Rang und Bekanntheitsgrad etabliert. Durch ihr Prinzip "Semper Apertus. Stets offen." vertritt die sie die Freiheit in Forschung und Lehre. Ihr Fächerspektrum beinhaltet in gegenwärtig 12 Fakultäten die Geistes-, Sozial- und Rechtswissenschaften sowie Natur- und Lebenswissenschaften und Medizin. Die Universität Heidelberg ist sich ihrer Verpflichtung gegenüber der Menschheit und Wirtschaft bewusst und zentralisiert ihre Grundlagenforschung deswegen auf wesentliche und primäre Fragen der Gesellschaft. Insbesondere im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder trägt die Universität Heidelberg zu interdisziplinären Kooperationen mit anderen Forschungseinrichtungen bei.

Patentanmeldungen der Universität Heidelberg mit Fluktuationen im positiven Trend

Die folgende Grafik behandelt die Patentanmeldungen der Universität Heidelberg zwischen 1990 und 2009. In den Jahren 1990 bis 1992 wurden noch kaum oder keine Patente angemeldet. Ab 1993 wurde ein geringfügiger Anstieg beobachtet, welcher in den Jahren 1994 und 1995 noch weiter zunahm. Nach einem leichten Rückgang im Jahr 1996 stiegen die Zahlen im Jahr 1997 erneut an und haben sich mit über 20 Patentanmeldungen beinahe verdoppelt. In den Jahren 1998 und 1999 wiederholte sich dieses Muster und die Zahlen stiegen daraufhin im Jahr 2000 weiter an. Nachdem ein geringfügiger Rückgang im Jahr 2001 registriert wurde, erholten sich die Patentanmeldungen 2002 wieder und erreichten mit einer starken Zunahme im Jahr 2003 einen Rekordwert von über 60 Patentanmeldungen. Allerdings waren die Patentanmeldungen im folgenden Jahr leicht rückläufig und sanken bis 2006 stark ab. In den Jahren 2007 und 2008 konnte ein erneuter Anstieg beobachtet werden, welcher sich 2009 intensivierte und sehr nahe an den Rekordwert vom Jahr 2003 heranreichte. Über den Gesamtzeitraum von 1990 bis 2009 ergibt sich zunächst ein positiver Trend an Patentanmeldungen der Universität Heidelberg, welcher sich nach einem Einbruch zwischen 2005 und 2008 im Jahr 2009 wieder erholt hat.

Internationaler Anteil an Patentanmeldungen der Universität Heidelberg stieg kontinuierlich an

In der folgenden Grafik werden die Patentanmeldungen der Universität Heidelberg nach geographischen Regionen in jeweils vier Zeiträumen zwischen 1990 und 2009 dargestellt. In den Jahren von 1990 bis 1994 wurden die Patente in allen Regionen nahezu gleichmäßig verteilt angemeldet, wobei mehr als die Hälfte internationale Patentanmeldungen waren. Im Zeitraum von 1995 bis 1999 nahmen die Patentanmeldungen in beinahe allen Ländern deutlich zu. Insbesondere in Deutschland haben sich die Zahlen mehr als verdreifacht. Doch auch in den Ländern der restlichen Welt, in den USA, der EU und weltweit konnten Zuwächse verzeichnet werden. Zudem wurden erstmals Patente in China angemeldet. In den Jahren 2000 bis 2004 stieg der internationale Anteil in allen Regionen weiter an, während die Zahlen in China jedoch leicht sanken. Die stärksten Zuwächse wurden von den Patentämtern der EU sowie den Ländern in der restlichen Welt gemeldet. Von 2005 bis 2009 stiegen die Patentanmeldungen insbesondere in Europa stark an, doch auch weltweit und in den USA konnten Zuwächse registriert werden. Demgegenüber steht ein Rückgang der Anmeldungen in Deutschland sowie in den Ländern der restlichen Welt. In Asien wurden erstmals Patente in Südkorea und Japan angemeldet, während die Anmeldungen in China rückläufig waren. Im Vergleich zu anderen deutschen Universitäten war der Rückgang in China dem allgemeinen Trend gegensätzlich.
Mehr als 78% aller Patentanmeldungen international
Der internationale Anteil an der Universität Heidelberg nahm zwischen 2005 und 2009 weiter zu und erreichte im Gesamtzeitraum mehr als 78% aller Patentanmeldungen.

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg meldet viele Patente in chemischen Bereichen an

Um Schwerpunkte in der Forschung herauszuarbeiten, werden in der nächsten Grafik die Schutzrechtanmeldungen nach Technologiebereichen sortiert.
Annähernd 230 Patentanmeldungen im Bereich Pharmazie und Kosmetik
Am aktivsten war die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg mit annähernd 230 Patentanmeldungen im Bereich Pharmazie und Kosmetik. Darauf folgt das Themengebiet Organische Feinchemie, in dem circa 200 Patentanmeldungen registriert wurden. Zusammen entfallen auf diese beiden Bereiche rund 40% der gesamten Anmeldungen in allen Technologiebereichen. Ein weiteres großes Themengebiet ist die Biotechnologie. Dort wurden etwa 180 Patente angemeldet. Nahezu 100 Patentanmeldungen konnten in der Fachdisziplin Analyse-, Mess- und Kontrolltechnik verzeichnet werden. Zudem meldete die Universität Heidelberg jeweils etwas mehr als 50 Patente in der Medizintechnik sowie Landmaschinen und Lebensmittelverarbeitung an.

Als Mitglied im Verein German U15 e.V., ein Zusammenschluss von fünfzehn großen forschungsorientierten und medizinführenden Universitäten in Deutschland, ist die Universität Heidelberg in viele verschiedene Hochschul- und Fakultätskooperationen eingebunden. So ist man beispielsweise im Exzellenzcluster Cellular Networks, im Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience (BCCN), oder auch im Heidelberg Center for the Environment (HCE) aktiv. Einer der wichtigsten Partner in der Wirtschaft ist die BASF SE. Gemeinsam forscht man im Katalyseforschungslabor CaRLa im Bereich der homogenen Katalyse. Eine der wichtigsten Transferplattformen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ist das InnovationLab. Unternehmen aus der Wirtschaft, wie BASF, Freudenberg & Co., Heidelberger Druckmaschinen, Roche Diagnostics und SAP, wollen dort die gemeinsame Forschung und die Kommerzialisierung von Erfindungen zu marktfähigen Produkten unterstützten. Die außerordentliche Anzahl an Patentanmeldungen im Bereich Landmaschinen könnte möglicherweise auf die geographische Lage innerhalb der Bergstraße und den dort ansässigen Winzer zurückzuführen sein.
Quellen

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