Deutschland – Das Land der Tüftler und Denker

Bereits vor über 550 Jahren prägten deutsche Erfindungen die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in Deutschland. Im Jahr 1440 erfand Johannes Gutenberg den Buchdruck und legte den Grundstein für die Verbreitung und Veröffentlichung von Gedanken. Infolgedessen wurde der Zugang zu Informationen und Bildung für alle Bevölkerungsschichten erschwinglich. Im Mittelalter (bis ca. 1500) galten Erfindungen noch als Gemeingut innerhalb einer Zunft. Im 16. Jahrhundert verliehen deutsche Fürsten Monopole, welche zum Teil als Patente bezeichnet wurden. Nach der Gründung des Deutschen Reiches im Jahr 1871 wurde erstmals über ein einheitliches Patentgesetz debattiert, welches auf Drängen des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) und des Patentschutzvereins am 25. Mai 1877 in Kraft trat. Die Grundzüge dieses Patentgesetzes sind bis heute gültig.

Revolutionäre deutsche Erfindungen prägen bis heute unseren Alltag

Deutsche Forscher und Firmen haben schon viele Ideen, Erfindungen und Entwicklungen geliefert, die in weiten Teilen der Welt den Grundstock für Wohlstand gelegt haben.
Süddeutsche.de
Revolutionäre deutsche Erfindungen wie zum Beispiel das Auto im Jahr 1886 oder der Dieselmotor im Jahr 1890 leisteten einen bedeutenden Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung. Sowohl während der Weimarer Republik als auch während der nationalsozialistischen Diktatur bewirkten deutsche Forscher weitere bahnbrechende Erfindungen wie zum Beispiel die Fernsehtechnik im Jahr 1930, das Düsentriebwerk und den Hubschrauber im Jahr 1936, die Kernspaltung im Jahr 1938 oder den Computer im Jahr 1941. Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg im Jahr 1949 erfolgten zunächst der Wiederaufbau und schließlich das Wirtschaftswunder. Kurz darauf wurden erneut bedeutende Erfindungen wie zum Beispiel der Scanner im Jahr 1951, der Dübel im Jahr 1958 oder die Chipkarte im Jahr 1969 veröffentlicht. In den folgenden Jahrzehnten folgten weitere Innovationen aus Deutschland. Dazu zählen der Airbag durch Mercedes-Benz im Jahr 1971 und das MP3-Format vom Fraunhofer Institut im Jahr 1987.

Die Möglichkeiten deutscher Erfindungen werden nicht immer erkannt

Es sind Erfindungen aus Deutschland - aber erst Ausländer haben sie zu Geld gemacht.
Welt.de
Bereits im Jahr 1973 wurde an der RWTH Aachen der Hybridantrieb erfunden, allerdings lehnten die deutschen Fahrzeughersteller einen spritsparenden Antrieb ab. Als Toyota im Jahr 1997 den Prius mit Hybridantrieb auf den Markt platzierte, entwickelte sich dieses Fahrzeug zu einem Verkaufsschlager. Ein weiteres Beispiel ist das nicht erkannte Potenzial der MP3-Technik. Asiatische Hersteller verkauften daraufhin Millionen MP3 Geräte, basierend auf der in Deutschland entwickelten Technologie. Ferner emigrierten einige deutsche Forscher in die Vereinigten Staaten, welche durch hohe Investitionen in die Forschung sowie durch eine höhere Risikobereitschaft der Unternehmen Beachtung fanden. Diese Beispiele zeigen, dass eine enge Verzahnung von Forschung und Wirtschaft notwendig ist, um Erfindungen auch wirtschaftlich zu nutzen. Mit einer steigenden Anzahl an deutschen Lehrstühlen für Entrepreneurship und Innovation wird versucht, Studenten und zukünftige Wissenschaftler zu eigenen Unternehmensgründungen zu befähigen.

Förderprogramme verändern die deutsche Hochschullandschaft

Mit Investitionen von 2,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung hat Deutschland die USA überholt, liegt aber noch hinter Japan.
Bundesregierung.de
Im Zuge der Globalisierung entstand auch in der Hochschullandschaft ein Innovationswettbewerb. Forschungskooperationen mit Unternehmen nehmen in der Bedeutung stetig zu, zumal dadurch Drittmittel zur Verfügung gestellt werden, welche Kürzungen der staatlichen Fördermittel kompensieren können. In Deutschland wird zwar versucht mit höheren Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Rahmen von Förderprogrammen wie zum Beispiel der Exzellenzinitiative den Status als Land der Erfinder zu halten, doch es findet auch ein Wettbewerb um staatliche Fördermittel statt. Neue Zukunftskonzepte und Forschungsbereiche sowie Graduiertenschulen werden ins Leben gerufen, um zusätzliche Mittel wie zum Beispiel im Rahmen der Exzellenzinitiative von Bund und Länder zu erhalten. Allerdings werden mit den zusätzlichen Fördermitteln, insbesondere an den Universitäten, nur die Forschung und die Forschungsreputation fokussiert, während die Lehre und Ausbildung davon unabhängig sind. Ein weiterer Punkt ist die zeitliche Begrenzung der Fördermittel. Es werden zwar Ausgaben angehoben, dies geschieht jedoch nicht im langfristen Sinne, zumal im Beispiel der Exzellenzinitiative die Fördermittel nur einige Jahre gewährt werden. Langfristige Forschungsvorhaben können entweder nicht realisiert werden oder müssen mit Drittmitteln finanziert werden. In der Forschungslandschaft wird dies bereits erkannt und es wird versucht, langfristige Lösungen zu finden. Ein Beispiel ist das Karlsruher Institut für Technologie, welches aus der Fusion von Universität und Forschungszentrum entstand, um die Stärken von Universität und Institut zu vereinen und damit konkurrenzfähig zu bleiben. Auch andere Institute wie zum Beispiel die Leibniz Gemeinschaft planen bereits solche Vorhaben und drängen mit eigenen Forschungsfakultäten an die Universitäten.

Quellen

Sorry, you can not to browse this website.

Because you are using an outdated version of MS Internet Explorer. For a better experience using websites, please upgrade to a modern web browser.

Mozilla Firefox Microsoft Internet Explorer Apple Safari Google Chrome