Tsinghua Universität: Chinas Stanford

Die im Jahr 1911 gegründete Tsinghua Universität in Peking beschäftigt sich umfassend mit der Interaktion zwischen China und den westlichen Kulturen sowie den Differenzen zwischen den alten und modernen Natur- und Geisteswissenschaften. Unter der Leitung von Jiang Nanxiang wurde die Universität im Jahr 1952 reformiert und im Zuge der Umstrukturierungen ein Schwerpunkt auf den Bereich der Ingenieurwissenschaften gelegt. So trägt die Universität bedeutend zur Ausbildung von Ingenieuren und Wissenschaftlern mit professionellen Kompetenzen und persönlicher Integrität bei. Seit 1978 China zunehmend auf die westlichen Kulturen eingeht, entwickelte sich die Tsinghua Universität schnell zu einer umfassenden Forschungsuniversität in den Fakultäten Informatik, Ingenieurwissenschaften, Geisteswissenschaften, Recht, Medizin, Geschichte, Philosophie, Wirtschaft, Verwaltung, Bildung und Kunst. Um die prestigeträchtigsten chinesischen Universitäten zu kumulieren, wurde im Jahr 2009 die C9-Liga gegründet, welche eine chinesische Antwort zur amerikanischen Ivy League ist. Die Tsinghua Universität zählt als Mitglied der C9 Liga mit etwa 26.000 Studenten zu den renommiertesten Universitäten in China.

Beeindruckender Anstieg von Patentanmeldungen der Tsinghua Universität ab 2000

In der folgenden Abbildung wird die Entwicklung der Schutzrechteanmeldungen der Tsinghua Universität in den Jahren von 1990 bis 2009 dargestellt. Zwischen 1990 und 1999 wurde eine relativ konstante Anzahl an Patenten und Gebrauchsmustern angemeldet. Ab der Jahrtausendwende war im Zuge der Öffnung Chinas eine starke Zunahme der Patent- und Gebrauchsmusteranmeldungen zu verzeichnen. Zwischen 2005 und 2009 stieg die Zahl im Jahr 2009 auf über 2.000 Schutzrechteanmeldungen noch deutlicher im Vergleich zum Jahr 2001 mit nur 500 Anmeldungen an.

Internationale Patentanmeldungen der Tsinghua Universität nahmen stetig zu

Anhand der geographischen Verteilung ist erkennbar, dass seit der Jahrtausendwende neben China auch in anderen Ländern Patente und Gebrauchsmuster von der Tsinghua Universität angemeldet wurden. Auffallend ist zunächst insbesondere der sprunghafte Anstieg bei Anmeldungen in China ab dem Jahr 2000. Im Vergleich zum Heimatland war die weltweite Aktivität von 2000 bis 2004 noch relativ gering. Seit dem Jahr 2005 haben sich die Zahlen in China mehr als verdoppelt und in den anderen Ländern sogar fast vervierfacht. Dies zeigt eine zunehmende stärkere Fokussierung auf internationale Patentämter. Man erkennt eine starke Zunahme vor allem in den USA. An zweiter Stelle rangieren Japan und Taiwan. Die Zunahme der Schutzrechteanmeldungen außerhalb Chinas ist ein Anhaltspunkt für die zunehmende internationale Ausrichtung der Tsinghua Universität.

Starke internationale Vernetzung der Tsinghua Universität mit Unternehmen

Die nachfolgende Abbildung unterteilt die verschiedenen Schutzrechteanmeldungen in unterschiedliche Technologiebereiche. Dabei entfielen bereits über 2.200 Anmeldungen auf den folglich größten Bereich Analyse-, Mess- und Kontrolltechnik. Ein weiteres großes Themengebiet ist der Bereich Elektrische Geräte, Engineering und Energie, in dem nahezu 1.800 Schutzrechteanmeldungen registriert wurden. Fast 10% aller Schutzrechte aus allen Technologiebereichen wurden in der Disziplin Telekommunikation angemeldet. Mit rund 1.200 Patentanmeldungen folgen die Fachgebiete Werkstoffkunde und Metallurgie sowie Informationstechnik.



Die Entscheidung, diese erfolgreiche Forschungskooperation weiter auszubauen, unterstreicht das Engagement in China als wichtiges Element unserer Innovationsstrategie.
Prof. Dr. Andreas Busch, Bayer HealthCare
Ein wichtiger Faktor des Transfers zwischen der Tsinghua Universität und der Wirtschaft ist der Tsinghua Science Park. Der Tsinghua Science Park ist ein Ballungsraum für internationale Konzerne und deshalb ideal für den Austausch zwischen Unternehmen und der Universität geeignet. Besonders nennenswert ist dabei die Zusammenarbeit mit den Unternehmen Toyota Motor Corporation (TMC) und Bayer HealthCare. Die Kooperation mit Toyota Motor Corporation wurde im April 2011 um weitere fünf Jahre verlängert. Schwerpunkt der gemeinsamen Forschung sind die Gebiete Umweltwissenschaften, Energie, Kfz-Sicherheitstechnologien und Werkstoffkunde. Ebenso baut Bayer HealthCare die strategische Partnerschaft mit der Tsinghua Universität weiter aus. Die gemeinsamen Projekte beziehen sich auf unterschiedliche Fachbereiche der Arzneimittelforschung. Ein neuer Schwerpunkt soll beispielsweise auf dem Gebiet der Strukturbiologie gesetzt werden. Mit knapp über 300 Patenten liegt der Bereich der Pharmazie noch im Mittelfeld der Patentanmeldungen der Tsinghua Universität, allerdings lässt hier die Kooperation mit Bayer eine positive Zukunftsprognose zu.
Quellen

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